Fragebögen sind ein Instrument der Datenerhebung, das dazu dient, Einstellungen, Meinungen, Interessen und psychologische Eigenschaften zu erfassen. Ihr Vorteil liegt in einem einfachen Erreichen einer breiten Zielgruppe. Weiters sind Fragebögen eine vergleichsweise kostengünstige Untersuchungsmethode. Sie erfordert eine hohe Strukturierbarkeit der Befragungsinhalte und verzichtet auf steuernde Eingriffe eines Interviewers, einer Interviewerin. Fragebögen können sowohl quantitativ, als auch qualitativ ausgewertet werden.

Tipps & Tricks

Tipps und Tricks zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung.

Vorbereitung

Analog: Die Fragebögen für den Druck vorbereiten, codieren (also z.B. die ID einer Person drucken und nicht direkt den Namen selbst) und in entsprechender Anzahl ausdrucken. Begrifflichkeiten, die im Fragebogen verwendet werden, noch erklären, wenn unbekannt oder ungenau (z.B. “System” bei SUS)

Online: Bei der Wahl des Tools darauf achten, wo die Daten gespeichert werden (DSGVO-Konformität). Darauf achten, dass der Fragebogen nicht mehrmals ausgefüllt werden kann. Wenn dafür ein Login notwendig ist, dann darauf hinweisen, dass die Benutzer*innen-Daten nicht mitgeschickt werden, und das auch so einstellen.

Hier 10 Gebote der Fragenformulierung, wenn ein Fragebogen selbst ausgearbeitet wird:

  1. Du sollst einfache, unzweideutige Begriffe verwenden, die von allen Befragten in gleicher Weise verstanden werden!
  2. Du sollst lange und komplexe Fragen vermeiden!
  3. Du sollst hypothetische Fragen vermeiden! Zur Beantwortung muss sich Person in Situation versetzen, in der sie derzeit nicht ist -> Risiko, ob ihr das gelingt oder nicht
  4. Du sollst doppelte Stimuli und Verneinungen vermeiden! Beispiel: “Hören Sie gerne Heavy Metal und Jazz?”
  5. Du sollst Unterstellungen und suggestive Fragen vermeiden! Personen könnten sich nicht trauen, zu widersprechen. Beispiel: “Führende Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Autoabgase das Wachstum von Kindern hemmen können. Halten Sie diese Ansicht für richtig oder falsch?”
  6. Du sollst Fragen vermeiden, die auf Informationen abzielen, über die viele Befragte mutmaßlich nicht verfügen! Beispiel: “Sind in Ihrer Gemeinde bereits Maßnahmen zur Umsetzung der lokalen Agenda 21 getroffen worden?“
  7. Du sollst Fragen mit eindeutigem zeitlichen Bezug verwenden! Beispiel: “…in der letzten Zeit“ vs. “…in der letzten Woche“
  8. Du sollst erschöpfende und einwandfreie Antwortkategorien verwenden! Richtig: 10 – 12 Jahre; 13 Jahre oder mehr; Falsch: 10 – 12 Jahre; 12 – 20 Jahre;
  9. Du sollst sicherstellen, dass der Kontext einer Frage sich nicht (unkontrolliert) auf deren Beantwortung auswirkt!
  10. Du sollst unklare Begriffe definieren!

Wichtig ist, die drei Gütekritierien zu beachten (standardisierte Fragebögen erfüllen diese):